• Der sokratische Ansatz •

Fragulatorin

“Fragulatorin” ist ein Kunstwort, das mir zuflog, als ich mir den Kopf darüber zerbrach, wie meine Rolle heißt, wenn ich für mein Leben gern Fragen stelle und dem qua meines Berufs als WirtschaftsPhilosophin nachkomme? “Fragenstellerin” klingt – auch für meine Ohren – fade, langweilig und ein bisschen zu inquisitiv-voyeuristisch. Das Kopfkino, das dabei entsteht, ist nicht unbedingt sehenswert… Darum brauchte es für meine Art der Fragenstellung einen neuen Begriff. Einen, der zu mir passt, völlig ohne Vorbewertungen und stereotype Bilder im Kopf auskommt und den ich mit meinen Werten ausfüllen kann. Entstanden ist eine neue Berufsbezeichung: die “Fragulatorin”.

Von Sokrates lernen

Sorkates erkannte schon vor 2.000 Jahren: “Ich weiß, dass ich nichts weiß.” Und weil er das wusste, wusste er zumindest mehr als andere. Dieses bewusste Nichtwissen ließ ihn immer wieder Fragen stellen – denn: “Wer nicht fragt, bleibt dumm”, oder im Fall von Sokrates: nichtwissend. Sokrates war überzeugt: Bevor ein Mensch vernünftig, weise und vorausschauend handeln kann, muss er richtig denken. Und um richtig denken zu können, ist Wissen notwendig. Wissen allein reicht allerdings nicht aus, denn Wissen selbst ist reine Information, die zunächst einmal nichts bewirkt, außer, dass man klüger ist, als vorher. Doch was macht man mit dem Mehr an Klugheit? Sokrates betonte deshalb das “Primat der Erkenntnis”. Dazu gehörten seiner Ansicht nach nicht nur die Erkenntnis des eigenen Nichtwissens und die Aufdeckung von Scheinwissen, sondern auch Selbsterkenntnis und die Erkentnnis der Wahrheit und des Guten. Pragmatischer ausgedrückt: Wissen braucht die bewusste Vernetzung zwischen Kopf und Herz, zwischen Ratio und Empathie. Wir müssen mental und emotional in der Lage sein, Informationen zu bewerten, zu beurteilen und schließlich erkenntnisgerecht im Guten anzuwenden.

Die Erkenntnis des Nichtwissens

Voraussetzung dafür ist die Erkenntnis über das Nichtwissen. Schon Sokrates stieß seinerzeit auf viel Arroganz, Ignoranz, Scheinwissen, Selbstüberschätzung und Torheiten, wenn es um den Umgang mit Wissen – bzw. nach Sorates Ansicht mit Nichtwissen – ging. Er war nicht davon überzeugt, dass alles im Leben relativ und verhandelbar sei. Seiner Meinung nach mussten Wissen und damit auch der Erfolg auf einem tiefen, bewussten Verständnis und einer klaren Wertehaltung fußen.

Diese Haltung ist auf die heutige Welt übertragbar. Im Zeitalter von Internet und “Fake News” ist Wissen flüchtig, sehr vergänglich, schwer händelbar und äußerst manipulierbar geworden. Reine Informationsaufnahme kann daher nicht nur zu Fehlannahmen und Fehlentscheidungen, sondern auch zu blindem Aktionismus führen, wenn die Informationen nicht in einem Gesamtkontext betrachtet und durch Fragestellungen validiert werden. Nur so kann Unzureichendes eleminiert und Unwahres aufgedeckt werden. Wer der heutigen Welt sokratisch begegnet, kann mit der Komplexität der Welt besser umgehen und wahrhaftige, nachhaltige Entscheidungen treffen.

Bewusstheit durch Dialog

“Wer fragt, führt.” Das wusste schon Sokrates. Doch ihm ging es nicht in erster Linie darum, Antworten auf Fragen zu bekommen, sein Wissen zu teilen oder andere zu belehren, sondern er wollte konsequent Nichtwissen aufdecken. Diese Dialogpraxis bezeichnete er als „Hebammenkunst“, denn er leistete den Menschen „Geburtshilfe“, deren Seelen gleichsam schwanger und bereit waren, eine Einsicht zu „gebären“. Dies gelang ihm durch gezielte Fragen, die dazu dienten, vorhandene irrige Vorstellungen zu
beseitigen und so den Weg freizumachen für den tatsächlichen – wahren – Sachverhalt.

Auch diese Kunst benötigen wir heute mehr denn je. Die Gegenwart wirft mehr Fragen auf, als viele vermutlich je gedacht hätten. Klimawandel, Überschuldung, globale Wirtschaftskrisen, Pandemien und eine Welt, die immer digitaler wird, verlangen von Unternehmen und Führungskräften eine ständige ernsthafte Überprüfung des eigenen Standpunktes und des aktuellen Status quo, um Wettbewerbsvorteile und Wissensvorsprünge frühzeitig erkennen und nutzen zu können.

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Als Innovation-Coach, Berufs-Neugierige, mehrfache Buch-Rechercheuse und zutiefst an meinen Mitmenschen Interessierte bin ich Ihre Dialogpartnerin, die Ihnen hilft, durch gezieltes und mitfühlendes Nachfragen zum Pudels Kern vorzustoßen. Was Pudels Kern ist? Das wissen wir beide maximal im Ansatz, wenn wir das Gespräch beginnen. Wir wissen es sicherer, wenn wir den Dialog fortführen und die Komplexität rund um den problemverursachenden Pudel zwiebelartig abschälen. Und dann wird es spannend! Wo werden wir landen? Welches Neuland werden wir entdecken? Welche Chancen und Möglichkeiten werden sich offenbaren? Ich weiß es nicht – und Sie wissen es nicht. Aber gemeinsam finden wir es heraus. Auf dieser Abenteuerreise begleite ich Sie. Ich steuere mit Ihnen angstfrei durch unbekannte Gewässer, wir tasten uns durch Nebel sicher voran und ich freue mich mit Ihnen, wenn wir Zwischenstopps einlegen oder am Ziel angekommen sind. Wo auch immer das dann sein mag.

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